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Abbeizen von Weichholzmöbeln!
Martin Krenzer <Martin.Krenzer(at)t-online.de> 30.12.00

Das Abbeizen von Möbeln und Türen mit Fertig-Abbeizern hatte ich seinerzeit nach diversen Versuchen aufgegeben, da gerade die in das Holz eingedrungenen Stoffe nicht richtig entfernt werden konnten. Gerade die angesprochene "Patina" wurde nicht richtig gelöst, was gerade dann, wenn man die Möbel natur belassen will, zu unbefriedigenden Ergebnissen führte.

Auch die bis in die 20er Jahre gerne genutze "Bierfarbe" lässt sich nicht vollständig entfernen. Die Fertig-Abbeizer bewirken nur ein leichtes Lösen der Oberfläche, so dass ein mehrmaliges Auftragen erforderlich ist.

Dies war mir zu umständlich und nebenbei auch zu teuer. Ich bin darum bei Natronlauge hängen geblieben und habe damit gute Erfahrungen gemacht.

Keine Erfahrungen habe ich mit den von Herrn Werner angesprochenen DUFIX-Abbeizstrips (siehe vorangehenden Forumsbeitrag). In Ermangelung von Natriumhydroxid (nicht jede Drogerie ist in der Lage, dieses zu besorgen) habe ich auch schon auf Abflussreiniger zurück gegriffen, wobei hier aber das Schäumen und die Duftstoffe stören. Sind die Möbel mit einem mehrlagigen Lackanstrich versehen, empfiehlt sich auf jeden Fall das vorherige Entfernen des Lacks mit einem Heißluftgerät.

Sollen die Möbel nach der Bearbeitung natur bleiben, keinesfalls einen Lötbrenner oder dergleichen verwenden! Die Brandflecken, die sehr schnell entstehen können, sind nur schwer oder gar nicht zu entfernen. Nach meinen Erfahrungen ist nach dem Entfernen der dicken Schichten ein ein- oder zweimaliges Abbeizen dann ausreichend. Selbst bei Profilen oder Schnitzereien bewirkt das Abbrennen zumindest das Lösen der Lackschichten, auch wenn diese nicht vollständig entfernt werden. Nach dem Abbrennen reibe ich die Natronlauge (meine Mischung: 2 Liter Wasser und ca. 50 mg Natriumhydroxid) mit einem rauhen Schwamm, bei "widerspenstigem" Lack auch mit einem Kunststofftopfreiniger, kräftig ein und löse dabei schon die Farbschichten.

Anschließend, nach ca. 20minütiger Einwirkungszeit, spritze ich das Holz mit einem Gartenschlauch gut ab. Der Einsatz eines Hochdruckreinigers beschleunigt zwar die Arbeit, führt aber, gerade bei Weichholz, zu noch stärkerem Aufrauhen der Oberfläche mit nachfolgend erheblichem Schleifaufwand. Soweit erforderlich, wird der Vorgang wiederholt. Das anschließende Neutralisieren mit Essigwasser ist zu empfehlen. Auf jeden Fall sind Säureschutzhandschuhe und beim Abspritzen eine Schutzbrille zu tragen!

Nach dem Trocknen des Holzes (je nach Witterung 2 Tage) muss gut geschliffen werden (hierbei empfiehlt sich, gerade wegen der Profile, der Einsatz von Stahlwolle, aber auch die glatten Flächen lassen sich besser und gefühlvoller von Hand schleifen).

Da das Holz jetzt im wahrsten Sinne des Wortes "ausgelaugt" ist, braucht es jetzt "liebevolle Pflege": Soll das Holz natur bleiben: Streichen mit holzfarbiger Lasur (Empfehlung: Xyla-brilliant), dann erneut fein schleifen und anschließend wachsen (empfehlenswert: CLOU Antik-Wachs). Anchließend mit einer neuen oder zumindest sauberen Schuhbürste polieren. Der Glanz ist abhängig von der Intensität des Polierens. Der Nachteil bei dieser Behandlung ist, dass wenigstens einmal jährlich das Holz durch erneutes Wachsen vor dem Austrocknen geschützt werden muss. Beschläge, Scharniere und Schlösser lege ich über Nacht in Natronlauge ein. Der Lack und Fettreste werden auch vom Metall gelöst und macht dieses nach der Reinigung mit Wasser blank. Anschließend sind Schlösser und bewegliche Teile natürlich zu fetten oder zu ölen.

Viele Grüße
Martin Krenzer


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